Fortgesetzte Schikanen gegenüber Aktivisten in Hebron

ISM-Bericht 23.03.2015 aus dem besetzten Hebron, Westbank

Auf einer fast täglichen Basis schikaniert und verhaftet israelisches Militär lokale und internationale Menschenrechts-Aktivisten, um sie bei ihrer Aufgabe zu hindern.

Die Aktivisten dokumentieren die Gewalt gegen Palästinenser und schützen die Kinder auf ihrem Weg zur Schule.

Die Freiwilligen (ISM) sagen, dass das Begleiten der Kinder auf ihrem Schulweg durch mehrere Checkpoints – wegen der Risiken, denen sie ausgesetzt sind – wichtig sei. In der Vergangenheit sind Kinder in Hebron regelmäßig verhaftet, durchsucht oder mit Tränengas, Betäubungsgranaten und mit Gummi-ummantelte Stahlkugeln von Soldaten und der Grenzpolizei angegriffen worden.

Im Allgemeinen in der ganzen Westbank, aber besonders in Hebron spielen die ISM-Freiwilligen eine bedeutende Rolle im täglichen Leben unter Besatzung. Mit illegalen Siedlungen im Herzen der Stadt Hebron und der täglichen Gewalt von Siedlern (unter militärischem „Schutz“) gibt es nur ein Wort, das das täglich Leben hier beschreibt, nämlich „Apartheid“.

Israelische Soldaten haben die Freiwilligen viele Male ohne Grund festgehalten oder gar verhaftet. Sie erklärten nur, dass sie sie daran hindern wollten, diese Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. Der Zugang zu Stadtgebieten wird den Internationalen Freiwilligen von den Soldaten auch verwehrt, indem sie ihnen das Passieren von Checkpoints verbieten.

„Wir tragen keine Westen wie das Christian Peacemaker-Team (CPT) zum Beispiel. Das erleichtert uns den Durchgang durch die Checkpoints. Aber sie mögen uns auch nicht. Erst vor wenigen Tagen wurde einer von uns verhaftet und sieben Stunden aus falschen Gründen festgehalten und jetzt darf er 14 Tage lang die Stadt nicht betreten,“ sagt die ISM-Freiwillige Franziska.

Bei vier verschiedenen Vorfällen innerhalb einer Woche ende Februar überfielen israelische Soldaten die Wohnung der ISM-Mitglieder, ohne Befugnis und einem echten Grund. Franzeska war in der Wohnung, als sie kamen:

„Es war mitten in der Nacht, dieselbe Zeit, in der sie auch palästinensische Familien überfallen. Zuerst bedrohten sie uns mit Vergeltung, wenn wir nicht öffnen; und dann kamen sie ein paar Nächte später und öffneten mit Gewalt die Türe. Es ist klar, sie wollen uns Angst einjagen, damit wir die Stadt verlassen, wir geben nicht auf. Wir bleiben.“

(dt. Ellen Rohlfs)

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